Spielzeugsoldaten der DDR

Wie in vielen Kinderzimmern weltweit genossen auch in der DDR Nachbildungen von Soldaten aus diversen Materialien einen sehr hohen Beliebtheitsgrad. Derartige Spielfiguren sind vor allem durch den Hersteller LINEOL sehr bekannt und wurden in großen Mengen hergestellt. Diese Figuren wurden jedoch auch von einer Schar weiterer Hersteller produziert. Soldaten aller Waffengattungen wurden als Vorbild nachgebildet. Zu Beginn waren sie meist sehr einfach gehalten. Später wurden sie mit sehr großer Sorgfalt zum Detail plastisch ausgeformt und entsprechend dem Aussehen ihrer Vorbilder koloriert.

LINEOL-Masse-Figuren



Lineol ist nicht nur für Sammler von Militär-Aufstellfiguren, sondern auch für Sammler anderer Masse-Spielzeugfiguren ein wohlbekannter Firmennamen. Die vielgerühmte Detailtreue verbunden mit hochwertigen Farben und sorgfältige Einhaltung von Proportionen sind die Eigenschaften, die Lineol-Figuren auszeichneten. Dies machte sie zu sehr begehrten Sammlerfiguren.

Kurz nach Kriegsende nahm die Lineol wieder die Produktion auf. In Brandenburg wurden die NVA-Soldaten als Aufstellfiguren jedoch erst in den späten 1950er im VEB Lineolplastik Dresden produziert. Diese Figuren trugen die Markenbezeichnung LINEOL bzw. LINEOL GERMANY.

Laut dem Musterkatalog der VEB Lineolplastik Dresden wurden 29 verschiedene Figuren zwischen 1958 und 1963 hergestellt. Im Katalog werden Figuren der Land- und Luftstreitkräfte, Marinefiguren und Figuren der Seepolizei gelistet.

Im Jahr 1985 übernahm die Firma Lineol Duscha die Lineol-Markenrechte. Produziert werden Figuren, welche dem Sortiment von vor 1945 entstammen. Inzwischen werden die Figuren aus einem Spritzguss-Kunststoff, der eine gelb-braune Färbung aufweist, gefertigt.

Das aktuelle Sortiment wird stetig durch selbst entwickelte neue Modelle und Blechfahrzeuge erweitert.


Andere Hersteller von DDR-Soldatenfiguren



Auch nach den LINEOL-Figuren betätigten sich noch viele andere Hersteller im Gebiet der Masse-Soldatenfiguren. Zu den Herstellern zählen:
  • Anton Röder LISANTO Steinach
  • Georg Blechschmidt KG Mengersgereuth-Hämmern
  • Emil Bayer KG
  • PGH Effelder (Vollmasse und Hohlmasse)
  • REPRO
  • diverse andere uns unbekannte Hersteller

Figuren-Fälschungen



Die große Beliebtheit Figuren lockt Fälscherbanden an. Immer häufiger taufen sowohl dilettantische, jedoch leider auch sehr professionell erstellte Fälschungen verschiedener Marken auf. Die Plagiate sind nicht nur für Neusammler schwer zu erkennen, auch Altsammler, die kein Vergleichsstück zur Hand haben, können die Echtheit oft nicht auf Anhieb feststellen.

Auffällig ist z.B. die Farbtreue, die viele der Fälschungen an den Tag legen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die Fälscher selbst Zugang zu umfangreichen Sammlungen und investieren viel Zeit und Geld, um ein möglichst echt wirkendes Produkt herzustellen. Die Fälscher geben sich sogar die Mühe, die Figuren mit den typischen Rissen zu versehen. Im Vergleich zu den Rissen bei echten Figuren gehen diese Risse jedoch selten bis in die Masse, sondern ziehen sich nur durch die Farbschichten.

Fälschungen erkennen



  • Übermalte Stellen lassen sich oft mit einem Geldscheinprüfer erkennen. Im UV-Licht auffällig sind unübliche Kontraste und Tupfer. Diese müssen jedoch nicht immer ein Hinweis auf eine Fälschung sein, denn mancher Sammler bessert seine Figuren nach seinem eigenen Gusto nach. Solche Figuren sollten jedoch nicht mit der Bezeichnung unbespielt angeboten werden.
  • Der Geruch einer Figur kann ebenfalls ein Hinweis auf ein gefälschtes Produkt sein. Ein Patentrezept für den richtigen Geruch gibt es freilich nicht. Je nach Art, Ort und Dauer der Lagerung nehmen die Figuren unterschiedliche Gerüche an. Ein unbekannter, undefinierter und unüblicher Geruch sollte den Kaufinteressenten dennoch stutzig machen.
  • Auffällig andere Bemalvarianten sollten den Sammler aufhorchen lassen. Auch wenn man kein direktes Vergleichsstück hat sollte man sich eine Figur aus dem selben Herstellungszeitraum heranziehen und vergleichen, denn die firmeninterne Bemal-Abfolge war meist identisch.
  • Eine weitere Möglichkeit, Fälschungen zu erkennen, ist die Haptik, das Anfühlen. Mit leicht feuchten Fingern kleben gefälschte Figuren aufgrund ihrer Farben gerne leicht an den Fingern, während Originale dies nicht tun.
Letztlich spielt die Erfahrung im Umgang mit Figuren eine große Rolle. Bei einem Verdachtsfall sollte man sich die Zeit nehmen, um Vergleiche heranzuziehen, sich gegebenfalls über den Verkäufer informieren. Mit etwas Sorgfalt lässt sich so ein ärgerlicher Fehlkauf vermeiden.